Monatliches Archiv für Juli, 2011

Ilhabela

Eigentlich Ilha de São Sebastião heißend, hat sich ihr „Spitzname“ Schöne Insel zu Recht eingebürgert. Fast komplett von Atlantischem Regenwald bedeckt und damit immergrün, verfügt das ca. 25 km lange Eiland über unzählige kleinere und größere Buchten und dazu noch drei bis zu knapp 1400 m hohe Berge.

Doch bis ich sie überhaupt erblicken konnte, lag von São Paulo aus eine gut viereinhalbstündige Autofahrt (für 200 km Strecke!) über zuletzt kurvig-bergige Küstenstraßen vor mir. Dann nur noch die Auffahrt zur Fähre finden und schon beginnt die Überfahrt… 🙂

Und wo kommt man dann unter als guter Deutscher?!? Natürlich in der Pousada do Alemão! 😉

Allerdings war ich da der einzige „Alemão“, denn nicht nur die Insel, sondern auch der Besitzer der Pousada hat einen Spitznamen. Mit seinen blauen Augen und hellen Haaren sieht er nämlich aus wie ein Deutscher.

Wie ihr seht, kann man sich hier echt wohlfühlen. 🙂

Und auch nachts lässt die Pousada sich blicken…

Jeweils etwa zehn Fußminuten entfernt liegen zwei schöne Strände, die Praia do Curral in südlicher…

…und die Praia Grande in nördlicher Richtung…

Nach zwei schönen Strandtagen war es am dritten Tag bedeckt, sodass ich mich zu einer Wanderung in Richtung Praia Bonete aufmachte.

Natürlich suchte ich mir zum Anfang gleich mal einen der schwierigsten Wege aus. (Man beachte die wundervolle Übersetzung von „alto“ :))

Die erste Etappe war erreicht, der Laje-Wasserfall!

Doch nicht so harmlos, wie er zunächst aussah…
Nach einem ausgiebigen und sehr erfrischenden Bad und einem Ausrutscher – trotz aller Vorsicht (da engelchen ja unbedingt eine noch bessere Badestelle ausfindig machen musste und nur mit Badehose bekleidet herumkletterte… – der eigentliche Wasserfall war nämlich nur zu hören, nicht aber zu sehen), bei dem ich mir den Arm an einer tropischen Pflanze aufschürfte, setzte ich meine Wanderung fort. Der Weg wurde jedoch zunehmend schwieriger, und da ich allein unterwegs war und schon einen „Schuss vor’n Bug“ bekommen hatte (wie mein lieber Freund und Skipper Volker sagen würde, dessen gemeinsame Segeltouren ich vermissen werde…), kehrte ich lieber wieder um. Das war auch gut so, denn wenig später setzte Nieselregen ein. Doch auch bei Regen hat der Regen-Wald seine Reize, wie man sieht.

Der Regen wurde stärker, meine Schritte schneller, und so kam ich schließlich völlig durchnässt, aber mit einem breiten Grinsen über meine mal wieder verrückt-gelungene Aktion wieder am Ausgangspunkt an.

Die Folgetage waren weniger spektakulär, da das schlechte Wetter zunächst anhielt und ich viel zu viel Gelegenheit zum Portugiesisch-Lernen hatte… Als nach einer relativ schnell auskurierten Magenverstimmung sich auch noch eine Mittelohrentzündung ankündigte und sich zudem die Pousada am Sonntag empfindlich leerte, beschloss ich, dass es nun genug sei mit dieser Etappe.

Und ich verspürte etwas Heimweh. Nein, nicht nach Deutschland. Verrückterweise vermisste ich dich… São Paulo.

 

 

on tour again

Jetzt meld ich mich erstmal für ’ne gute Woche ab. Morgen, oder besser gesagt, in so etwa sechs Stunden, beginnt das nächste Abenteuer – da mache ich mich mit dem Auto auf den Weg zur Ilhabela, einer an der Atlantikküste vorgelagerten Insel, auf der es neben schönen Stränden und Tauchgelegenheiten auch ein paar Berge gibt, die man erwandern kann, Wasserfälle und – naja, den Rest werde ich schon noch entdecken… 😉

Eben gerade komme ich von einem geselligen Abend mit einem anderen Thomas zurück. Der in einer anderen Deutschen Schule in SP unterrichten wird, den ich auf dem entsprechenden Vorbereitungslehrgang kennengelernt hatte und gestern sowie heute per „Zufall“ in São Paulo wiedertraf – zweimal, und das in einer 13-Millionen-Stadt…

 

 

Boy from São Paulo

Diesen wunderbaren Song, den ihr über den Player rechts starten könnt, hat meine liebe Freundin Britta auf meiner Abschiedsfete gesungen. Viel Spaß dabei! 🙂

 

 

on tour mit Senhor Baki

Das ist Senhor Baki.


Eigentlich heißt er Thomas Bak und ist ein unglaublich netter Kollege, der in den ersten Tagen viel mit mir unternommen hat. Der mir half, alle nötigen Formalitäten zu erledigen, der mir nette Restaurants und Örtlichkeiten zeigte und die Innenstadt São Paulos. Und der leider am kommenden Montag mit seiner genauso lieben Familie wieder nach Deutschland zurückgeht… :/

Da die Brasilianer an viele Wörter, die auf einen Konsonanten enden, sprachlich ein „i“ hängen, wird aus Herrn Bak also Senhor Baki :).

Gleich am ersten Abend nach meiner Ankunft gingen wir, nachdem ich den Tag über im Club verbracht habe, zusammen in die Sky-Bar, von der man aus einen grandiosen Blick auf die nächtliche Skyline São Paulos hat. (Dass wir auf der Fahrt noch einen Platten hatten, wird nur eine der vielen verkehrstechnischen Anekdoten sein…)

Am Sonntagabend, nach meinem zweiten Tag im Club, lud der Schulleiter des Colegio Thomas und mich zu einem echt feudalen Sushi-Essen ein. Was für ein netter Empfang!!

Montag kauften wir zusammen mein Auto und besorgten die CPF, eine Art Steuernummer, ohne die hier (fast) gar nichts geht.

Naja, und jeden Tag trafen wir uns mit anderen Leuten, so dass ich nach der ersten Woche echt schon viele Kontakte hier habe.

Besonders beeindruckend jedoch war am Donnerstag der ca. achtstündige „Spaziergang“ durch die Innenstadt São Paulos (Thomas, ich sag nur: Bomba! ;)) mit anschließendem Besuch der Favela Monte Azul, bei dem ich viel gesehen habe und die Stadt begann ins Herz zu schließen. Hier ein paar Bilder von der Innenstadt.

eines der schönen alten Gebäude...

so macht Kaffeetrinken Spaß! 🙂

vom Dach des Santander-Hochhauses: Skyline I

Skyline II

Skyline III

Mercado Municipal

Praça da Sé

Baki, ich hab dir vieles zu verdanken!

 

 

 

Ringtennis in São Paulo

Ringtennis, was is’n das?!?
(Wer es genau wissen will, schaue hier nach…)
Auf jeden Fall wird diese Sportart neben Deutschland, Indien und Südafrika auch in Brasilien gespielt, allerdings auf etwas andere Art. Da die Brasilianer gern nach internationalen Regeln spielen lernen möchten, freuten sie sich zu hören, dass ich nun für längere Zeit ins Land komme. Und ich – kaum aus dem Flieger gestiegen – wurde gleich in einen der exklusivsten Clubs São Paulos eingeladen, dem Club Athlético Paulistano.

So gibt es mitten in der Stadt – palmenumsäumt zwischen Hochhäusern gelegen, ein ganz feudales Fleckchen mit großem Pool, Fußballfeld, diversen Sportmöglichkeiten und natürlich auch – wie in den Clubs üblich – einer ganzen Anzahl von Restaurants. In einem davon aß ich meine erste Feijoada, das brasilianische Nationalgericht mit verschiedensten Fleischsorten, schwarzen Bohnen und Reis. Sehr lecker!
Und: Es gibt in diesem Club auch ein vereinzeltes Decktennis-/Ringtennisfeld. Dort werde ich dann wohl in Zukunft ein paar Trainingseinheiten absolvieren.

 

 

 

Ab nach Brasilien

Es war noch recht früh – um 4.30 Uhr – als wir am Freitag am Flughafen eintrafen. Den Tag und die Nacht zuvor verbrachte ich noch mit Aufräumen, Packen, Saubermachen… was zur Folge hatte, dass ich fast den kompletten Flug verschlief… Am Flughafen warteten aber erst einmal meine Mutter, meine beiden Schwestern, Orkan und Imke trotz der frühen Stunde darauf, sich von mir zu verabschieden. Ossi, der mich mit meinen rund 80 kg Gepäck zum Flughafen brachte und vorher noch zwei Stunden mithalf, hatte sich schon vorher auf den Weg gemacht…

Nach rund 15 Std. Flug und zwei Std. Taxifahrt durch die Feierabendstaus von SP kam ich schließlich wohlbehalten im am südlichen Stadtrand gelegenen Cidade Dutra an, wo ich von meiner deutschen Vermieterin mit einem kräftigen Eintopf herzlich empfangen wurde (ich wohne im ganz rechten Gebäude ganz oben…). Es wird nämlich hier nachts empfindlich kalt. Heizungen gibt es nicht. An Zimmertemperaturen von 16° C muss ich mich erst einmal gewöhnen…

Und so sieht es aus, wenn ich aus dem Wohnzimmerfenster oder auch von der Dachterrasse schaue: Blick auf den Stausee Guarapiranga – und jeden Abend einen wunderschönen Sonnenuntergang! Die Sonne zieht hier ANDERS HERUM übers Firmament, der Kinderreim “…im Süden nimmt sie ihren Lauf…” ist hier wirklich auf den Kopf gestellt. Die Menschen aber stehen nicht auf dem Kopf, auch wenn’s auf der anderen Erdhalbkugel ist… 😉

Einen Pool gibt es – neben unserem kleinen privaten auf der Dachterrasse – natürlich auch, jedoch badet hier im Winter keiner der Einheimischen, da es ihnen trotz mittlerweile 26° C Tagestemperatur einfach zu kalt ist.