Garagenparty

Im Gegensatz zu den Verabredungen, die ich in Hamburg teilweise lange Wochen im Voraus treffen musste, um selbst enge Freunde ab und zu sehen zu können, läuft hier vieles wesentlich spontaner ab. 🙂

So wurde ich am Samstagvormittag darüber informiert, dass am selben Abend der 12. Geburtstag des Sohnes eines der Bewohner hier aus erster Ehe, der am Wochenende des Öfteren zu Besuch kommt, mit einer Disco gefeiert werden würde. Natürlich hatte ich kein Geschenk, und es wurde mir auch offeriert, dass wegen des am Wochenende stattfindenden Formel-1-Rennens kaum nach irgendwohin ein Durchkommen sein würde.

Ich kam aber durch, und da ich seit kurzem eine Backform besitze, beschloss ich, einen ersten brasilianisch-deutschen Apfelstreuselkuchen als Geburtstagsgeschenk in die Röhre zu schieben.

Die Party (auch der Kuchen) war ein voller Erfolg. 🙂 Wieder einmal war die ganze Familie da, und mehr und mehr fühle ich mich als Teil von ihr. Es ist hier so unkompliziert, einfach dazuzugehören.

Getanzt wurde bei Discolicht und Nebeldampf bis in die späte Nacht hinein, und Erwachsene wie Jugendliche wie Kinder bewegten sich gleichermaßen ungezwungen auf dem (Beton-)Parkett.

Obwohl ich mich eigentlich für Techno nicht so erwärmen kann, riss es mich doch irgendwie mit. Und zwei Leute „tanzten“ Capoeira, was mich unglaublich beeindruckte. Einen davon sprach ich an, es stellte sich heraus, dass er ein Meister ist. Ich möchte diese Kampf-Tanzkunst lernen. Ich glaube, darüber viel über die brasilianische Kultur zu erfahren. Über das brasilianische Blut, das längst schon mein Herz erreicht hat.

In einer Tanzpause wurde die Geburtstagstorte feierlich präsentiert, mit Applaus gewürdigt und verteilt (meine ist die kleine runde im Vordergrund… :)).

Doch der Tag begann nicht so fröhlich, wie er endete. Der Gedanke daran, dass „mein“ Chor, Vocallegro, sein erstes Weihnachtskonzert ohne mich geben würde, ließ mich schon am Vorabend in Wehmut verfallen. Ließ mich eine ebensolche Mail an die Jungs verfassen. (Dass ich an jenem Abend einen wunderbaren Wein in einem unglaublichen Sonderangebot ausfindig machen und mich damit fürs nächste halbe Jahr bevorraten konnte, tröstete mich jedoch ein wenig… ;))

Ich bin selbst überrascht, wie stark die Bande sind. Wie viel mir, ohne sie bewusst als solche wahrgenommen zu haben, die Traditionen, die wir gemeinsam lebten, bedeuten.

 

 

 

 

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