20 Jahre ein Traum

Was motivierte mich, nach Brasilien, nach Südamerika zu gehen?

Vor 20 Jahren hatte ich meine erste Begegnung mit dem südamerikanischen Subkontinent, den Menschen, die auf ihm leben – und der grandiosen Natur. Während einer dreimonatigen Reise durch Brasilien, Bolivien und Chile lernte ich Land und Leute kennen und lieben: Angefangen vom Karneval in Rio über die einzigartige Flora und Fauna des Pantanals und die ganz besondere Kultur Boliviens bis hin zur Wüstenlandschaft im Norden und Seenlandschaft im Süden Chiles gab es immer wieder Neues und Faszinierendes zu entdecken.

Doch besonders beeindruckten mich die Menschen: ihre Fröhlichkeit und Freundlichkeit, das Leben und Lieben im Moment und für den Moment – trotz aller Armut und Widrigkeiten.

Am Ende meiner Reise lernte ich mit Martin einen rund 2ojährigen Deutschen kennen, der ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Favela in São Paulo absolvierte. Was er mir auf der nächtlichen Busfahrt von Foz do Iguaçu nach São Paulo erzählte, auf der ich ihm begegnete, traf und berührte mich so sehr, dass ich mich, wieder heimgekehrt, intensiv mit dem Thema „Straßenkinder“ auseinanderzusetzen begann. Mehrfach besuchte ich in den Semesterferien eine Einrichtung für Straßenkinder in Bogotá, Kolumbien, um dort mitzuhelfen. Dies mündete in meiner Ersten Staatsexamensarbeit, in der ich zwei verschiedene Ansätze zur Straßenkinderarbeit kritisch beleuchtete.

Der Gedanke, als Lehrer einer Deutschen Schule später einmal die paar Prozent reiche Oberschichtkinder zu unterrichten, kam mir zu dieser Zeit mehr als spießig vor. Und ist es ja auch in gewisser Weise. Doch ich werde nicht in Dekadenz enden, sondern die Chance, die mir durch meinen Beruf gegeben ist, ergreifen und mich hier nützlich machen.

Im Moment stehe ich noch am Anfang eines mindestens zweieinhalbjährigen Aufenthalts. Doch was aus meinem Leben, Arbeiten, meinem Engagement hier werden wird und entsteht, kann auf diesen Seiten nachverfolgt werden.