Das BRA-Team

Endlich Ferien!!!

Die Tage vorher waren noch der pure Stress, da ich meinen Umzug vorbereiten musste, viele Dinge kaufen für den neuen Haushalt – und letztlich am Freitag dann mein neues Häuschen bezog. Mit viel mehr Sachen, als ich dachte – auf ominöse Weise hatte sich mein Hausstand innerhalb von zwei Monaten verdoppelt…

Da ich mich auch noch Freitagabend zum Essen verabredet hatte (nur nichts auslassen 😉 ) und eine Reisetasche gepackt werden wollte, war die Nacht kurz. Mit nur drei Stunden Schlaf begann ich unsere gemeinsame Urlaubstour. Wir, das sind der schon bekannte Thomas, Ingo, der sich hier mit der Herstellung von Stoßdämpfern selbständig gemacht hat, und ich.

Ubatuba

Unser erstes Ziel war ein kleines Örtchen etwa 200 km nördlich von São Paulo an der Atlantikküste. Nach Ubatuba ging es eine so steile Straße hinunter, dass die Bremsen anfingen zu rauchen (ich war NICHT am Steuer!!!) und wir eine Zwangspause machen mussten. Irgendwie hatten wir auch die genaue Adresse der Pousada nicht, haben sie aber trotzdem gefunden…

Ein noch schönerer Anblick ergab sich, als wir das Gebäude auf der anderen Seite verließen…

Die Pousada liegt abseits des Ortes an einer kleinen Bucht, die wir quasi ganz für uns allein hatten. Ein echter Geheimtipp.

Den ersten Tag verbrachten wir an Strand und Wasser und schauten abends bei Chips und Rotwein die Aufzeichnung des WM-Qualifikationsspiels Deutschland-Türkei, die Ingo auf seinen Rechner geladen hatte. 🙂

Am nächsten Tag ging es dann auf zur Wanderung: sieben Traumbuchten wollten entdeckt werden!! Die Bucht von Lagoinha war unser Startpunkt.

Auf schmalen Wegen ging es durch den Urwald weiter…

…doch zum Glück gab es auch Stationen, an denen man Rast machen und Getränke zu sich nehmen konnte… 🙂

…wir haben nicht ALLE leergemacht, ehrlich! 😉

Wie man weiß, birgt der Urwald allerhand unbekannte Gefahren. Auch wir wurden nicht verschont. So begegneten wir spitzschnäbligen Riesenvögeln…

…und wild fauchenden Riesenschlangen…

…denen wir aber knapp entkommen konnten, um die nächste Bucht zu erblicken…

Viel zu bevölkert natürlich – mehr als zwanzig Menschen… 😉 und so zogen wir weiter…

Die nächste Bucht bot die perfekte Badestelle! Auf den Felsen hielten wir Picknick. Das machte allerdings wieder durstig! Und, man glaubt es kaum, am anderen Ende der langen und weitgezogenen Bucht, die nur zu Fuß oder mit dem Schiff erreichbar ist, begegneten wir einem Deutschen, der uns einen kleinen Pfad in den Dschungel hinein wies und meinte, dass dort eine Bar zu finden sei. Was wir dann sahen, verschlug uns wirklich die Sprache. Mitten aus dem Urwaldgrün wuchs plötzlich ein komplettes Dorf hervor, das von Aussteigern und Alternativ-Lebenden bewohnt war…

Die versprochene Kneipe gab es auch, sogar mit Urwald-Dusche.

Soweit gestärkt und erfrischt, machten wir uns an die letzte – und schwierigste Etappe. Um die letzte Bucht unseres Tagesplans zu erreichen, die zu einer der zehn schönsten abgelegenen Buchten Brasiliens gehören soll, mussten wir ganz schön kraxeln.

Doch der Weg hat sich gelohnt.


Am nächsten Tag hieß es schon wieder aufbrechen… Doch Ingo, der vor zwei Jahren schon einmal in der Gegend war, hatte noch einen Geheimtipp, die „Praia do Cedro“ am Rande von Ubatuba. Dorthin führte nur ein gaaanz furchtbarer Schlaglochweg, bei dem wir trotz allervorsichtigen Fahrens dreimal aufsetzten. Aber wir haben zum Glück keine wesentlichen Teile des Autos dabei verloren. Und was sich dann bot, übertraf für mich alles vorherige:

Hier verbrachten wir noch schöne Vormittagsstunden. Dann hieß es den gleichen Weg wieder zurück (wieder dreimal aufsetzen… *grummel*) und weiter Richtung Norden. Doch nicht sehr weit, denn schon beim nächsten Wasserfall machten wir Halt und sprangen wieder ins kühle Nass.

Ingo und ich unter der Wasserfall-Dusche 🙂 (Foto: Thomas)

Einen weiteren Abstecher machten wir zu einer antiken Maniok-Mühle, zur der auch mal wieder nur ein Schlaglochpfad führte. Diese war zudem noch komplett zur Restaurierung zerlegt.

Hier stand sie mal, die Maniok-Mühle (Foto: Thomas)

Aber wir bekamen von den Bauarbeitern den Tipp, einen kleinen Urwaldpfad bis zu einem Wasserfall zu laufen, wo dann dieses Urwaldbild entstand:

Doch nun war es Zeit aufzubrechen, denn unser nächstes Ziel wartete:

Parati

Parati ist ein kleines, 1646 gegründetes Kolonialstädtchen. Seine Altstadt bietet durch ihre zumeist einstöckigen mit Ornamenten und Ziergittern ausgeschmückten Häuser und das dazwischenliegende grobe Kopfsteinpflaster ein ganz besonderes Flair und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Hier gibt es viele Bars und Restaurants, in denen abends Livemusik geboten wird. Wir haben hier wunderbar gegessen und wunderbare Abende verlebt.

Nicht vergessen werden darf jedoch, dass Parati im 17. und 18. Jahrhundert nicht nur Umschlagplatz für das Gold war, das mittlerweile in Minas Gerais gefunden und von dort nach Lissabon verschifft wurde, sondern auch Umschlagplatz für viele Sklaven, die von Parati aus ins Landesinnere geschafft wurden und zum Reichtum der Stadt beitrugen. Die unebenen Kopfsteinpflasterstraßen Paratis wurden von Sklaven verlegt. Können wir sie reinen Gewissens betreten? Ist das schon Historie oder machen wir uns mitschuldig an Ausbeutung und Unterdrückung, die jahrhundertelang von Europa ausgingen?

Nun, solche Gedanken hatten wir zum Glück nicht, also wir dort wandelten. Wir waren zunächst einmal froh, unsere Pousada gefunden zu haben, da das Navi permanent sponn und sich in dieser Stadt offenbar nicht richtig auskannte.

Mittlerweile war es Dienstag und wir nutzten den Tag zu einem ausgiebigen Stadtbummel. Parati ist auch berühmt für seinen Cachaça, Zuckerrohrschnaps, der unter anderem in Caipirinha verwendet wird, aber in seiner edleren Form auch sehr gut pur getrunken werden kann.

Am Mittwoch dann stachen wir in See. Auf einem Schoner verbrachten wir einen gemütlichen Tag und lernten dabei ein paar schöne Buchten in der Umgebung kennen.

Man konnte gechillt auf weichen Matten liegen…

…und dabei echt gute Live-Musik hören…

…und wir waren zwei- bis dreimal im Wasser…

Am Abend sind wir nach einem fantastischen Fisch-Essen noch in der „Bodega do Poeta“ gelandet. Als wir uns näherten, hörten wir schon Musik erklingen und waren überzeugt-enttäuscht, dass sie vom Band käme. Als wir dann hereinschauten, sahen wir einen Gitarristen, vielleicht Mitte 5o, der so hingebungsvoll gut spielte und sang, dass er auch in jedem Konzertsaal hätte auftreten können. Natürlich blieben wir dort. Hier trank ich meine zunächst beste Caipi. Und hier zeigte sich mal wieder die unglaubliche brasilianische Freundlichkeit. Zum Umrühren steckte im Glas ein ruderförmiges Holzlöffelchen mit einem kleinen handbemalten Tucan auf der Spitze. Kaum hatte ich gefragt, ob man diese Löffel auch kaufen kann, hatte ich nicht nur den Tipp, wo es sie gab, sondern auch das Löffelchen geschenkt bekommen… Später kam noch ein Bassist hinzu und beide spielten wunderbar zusammen. Als die Bodega sich leerte und die Musiker aufhörten, kam noch weiter richtig gute Musik, diesmal tatsächlich vom Band. Und als ich nachfragte, welche CD das sei, die gerade spielt, brannte mir der Bodega-Besitzer kurzerhand eine CD mit 27 Stücken drauf und schenkte sie mir.  Auch jetzt noch, während ich diese Zeilen schreibe, bin ich tief gerührt. Ich saß da, lauschte der Musik, und hatte vor Glück feuchte Augen. Zum Abschied schenkte ich dem Pärchen, dem die Bodega gehört, einen handgeschnitzten Kerzenhalter als Dankeschön, den ich mir erst einige Stunden zuvor auf der Straße gekauft hatte. Para ti – für dich. Ich komme wieder!

Der nächste Morgen zeigte sich bedeckt. Nun, das machte uns den Aufbruch nicht schwerer zu unserer nächsten und letzten Reise-Etappe:

Rio

Cristo Redentor - Christus, der Erlöser (Foto: Thomas)

Die imposante, dreißig Meter hohe Statue war eines unserer ersten Ziele in dieser wunderbaren Stadt. Auf dem gut 700 m hohen Corcovado breitet sie, den Pão de Açúcar anblickend, seit nunmehr 80 Jahren ihre Arme über Rio aus. 2007 wurde sie zu einem der sieben Neuen Weltwunder erklärt.

Nicht nur die Statue, auch wir hatten einen imposanten, wenn auch etwas wolkenverhangenen Blick auf die Metropole, über die Stefan Zweig einst schrieb: „Es gibt – wer sie einmal gesehen, wird mir nicht widersprechen – keine schönere Stadt auf Erden.“

Auch wenn Rio in vielen Bereichen dem Verfall preisgegeben wurde und erst seit einigen Jahren beispielsweise die besonders in Mitleidenschaft gezogene Altstadt nach und nach saniert und restauriert wird, hat die Stadt ihren besonderen Charme nicht verloren. Schon von hier oben aus ist zudem zu erkennen, wie grün sie ist. Rund ein Fünftel der Stadtfläche besteht aus Bäumen (über eine halbe Million!) und Pflanzen. Zu den 1105 Parks gehört auch der mit 3200 ha weltgrößte innerstädtische Regenwald. Eine weitere riesige Grünfläche bietet der Jardim Botânico, den wir im Anschluss an die Christus-Statue besuchten, einer der größten Botanischen Gärten Südamerikas, der über 6000 tropische Pflanzenarten beherbergt.

Mit der Anfertigung von Ingo-Statuen konnte der Hersteller bislang noch keinen großen Verkaufserfolg erzielen... 😉 (Foto und Bearbeitung: Thomas)

Auch der Copacabana statteten wir natürlich einen Besuch ab, allerdings bei so schlechtem Wetter, dass es uns glatt die Sicht verhagelte.

Copacabana bei Regen (Foto: Thomas)

Hier trafen wir auch Manuela, die Thomas und ich vom Vorbereitungslehrgang in Köln her kannten und die an der Deutschen Schule in Rio arbeitet.

Gruppenbild mit Dame 🙂

Mit uns gemeinsam aß sie ihre erste Feijoada und freute sich, wie gut sie schmeckt. 🙂

Feijoada-Essen in Rio (Foto: Thomas)

Doch die wirklich unbeschreiblichen Momente bietet Rio, die Stadt des Karnevals, die Stadt der Lebensfreude, in der Nacht. Am Freitag wurde in Lapa, einem alten Bohéme-Viertel ganz in der Nähe unserer Unterkunft, wie jede Woche ein ganzer Straßenzug gesperrt. Schon nachmittags begann der Aufbau kleiner Buden, aus denen dann ab dem frühen Abend Gegrilltes und Süßes sowie Caipirinha in 0,4 l-Bechern verkauft wurde. Rund um die malerischen Arkaden von Lapa, die zu einem ab 1723 erbauten Aquädukt gehören, sind die Straßen gesäumt von Bars und Restaurants. Aus den meisten ist jetzt Live-Musik zu hören. Immer mehr füllen sich die Straßen mit Menschen. Plötzlich erklingt von irgendwoher ein Trommeln und Samba-Rhythmen erfassen die Menge. Lassen sie nicht mehr los. Bis zum Morgengrauen wird auf der Straße getanzt, getrunken und gefeiert. Etwas abseits, auf einer von einem chilenischen Künstler pittoresk mit diversen bunten Kacheln aus aller Herren Länder verzierten breiten Treppe, sitzen Jugendliche und rauchen Gras. Hunderte. Und wir überall und mittendrin in diesem Konvolut brodelnden Lebens.

Auch der Samstagabend beim Ensaio einer der berühmtesten Samba-Schulen Rios, Salgueiro, beeindruckte überaus. Tänzer, Sänger und Musiker üben hier öffentlich ab September für ihren Auftritt im Sambódromo beim nächsten Karneval. Viele von ihnen kommen aus den Favelas und geben buchstäblich alles für diese Tage voller Glück und die Zeit der Vorbereitung und Vorfreude darauf.

Zunächst bot die große, rot-weiß geschmückte Halle mit ihrer grellen Neonbeleuchtung wenig Reize. Doch dann begann die Musik zu erklingen. Auf der Bühne spielte und sang die Band das neue Karnevalslied, das sich durch immerwährende Wiederholungen steigerte und einprägte. Dann wird das Publikum mit einem Mal zurückgedrängt und kostümierte Tänzerinnen treten vor der Bühne auf. Hautnah. Und endlich setzt auf der anderen Seite, von einer erhöhten Tribüne aus, die gut 50-köpfige Rhythmus-Gruppe dazu ein. Ab diesem Moment beginnt der Saal zu kochen. Vergessen ist das Neonlicht, vergessen ist die viel zu laute, fast schon verzerrte Musik der Karnevals-Band, vergessen ist alle Müdigkeit der Nacht zuvor. Niemand mehr, der nicht tanzt, Kinder wie Alte. Der Rhythmus, die Musik verbindet alle zu einer einzigen Physis. Mit uns, wieder, mittendrin. Bis um drei Uhr, völlig unbrasilianisch, die Musik abbricht und alle sich auf den Heimweg begeben. Macht ja nichts, in Lapa war auch Samstagnacht noch einiges los und wir mussten einfach die Zeit noch auskosten. Nicht an morgen denken, nicht an die mehr als achtstündige Rückfahrt. Nur heute – einfach – sein.

 

 

 

„Postkarte aus São Paulo“

Gleich die erste Postkarte, die ich hier geschrieben habe, wird am Samstag, 08.10. im „Hamburger Abendblatt“ abgedruckt. *hehe*

Ansonsten bin ich gerade in Umzugsvorbereitungen – ab heute wird gepackt und morgen ziehe ich in mein frisch renoviertes kleines Häuschen ein. 🙂

Tjaa, und dann sind hier ab nächster Woche auch endlich Ferien und bald folgt ein Reisebericht über Ubatuba, Paratí und Rio.

 

 

 

Ringtennis – jetzt geht’s los!!

Dass es überhaupt Ringtennis in São Paulo gibt, ist vor allem zwei Damen zu verdanken, die sich – unermüdlich alle Hindernisse aus dem Weg räumend – für diesen Sport eingesetzt haben: Cida und Sueli (das Bild zeigt mich mit den beiden Eleven). Sie nahmen sogar mit einer kleinen Gruppe an den letzten Weltmeisterschaften 2010 in Deutschland teil, wo sie allerdings, aus verschiedenen Gründen, kein so gutes Bild abgaben… 😉

Aber – wo ein Wille ist, ist ein Weg! Letzten Mittwoch fand das erste offizielle Training statt, mit neu aus Deutschland bestellten Ringen (60% Einfuhrzoll!!!) – und etwas älteren brasilianischen Damen. Am Samstag dann wurden im Rahmen eines Eltern-Kind-Festes im Club neue Spieler geworben. Erklärtes Ziel: WM 2014 in Südafrika!! (es gibt also viel zu tun für mich… :))

aller Anfang ist schwer...

...außer man ist Naturtalent

Dass es keinen Zweck hat, zu Zeiten des Berufsverkehrs durch São Paulo zu fahren, wurde mir auf dem Heimweg vom ersten Training dann mehr als deutlich: zwei Stunden im Dauerstau inklusive einem Beinahe-Unfall kosteten Nerven. Da bleibe ich doch nächstes Mal lieber noch eine gemütliche Stunde länger im Club, in den man ansonsten nur hereinkommt, wenn eines der 25.000 Mitglieder austritt oder verstirbt und man umgerechnet mehr als 50.000 Euro für die „Eintrittskarte“ hinblättert. Und bin genauso schnell zuhause.

Nachtrag 21.09.:
Heute erfuhr ich, dass die Aufnahmegebühr mittlerweile bei rund 140.000 Euro liegt… Wahnsinn!!! (Rückfahrt diesmal: 35 Min.)

 

 

 

Lebenskonzepte

Wenn Menschen Türen und Zäune bauen, um ihre Freiheit zu bewahren, kann man das durchaus paradox nennen. Und eine Form sozialer Ausgrenzung. Wer hier Geld hat, lebt hinter hohen Mauern.

So gestaltete sich für mich eine wichtige Entscheidung, in deren Zeichen die letzten Wochen standen, nicht eben einfach. „Quo vadis, Arne?“ wäre vielleicht ein wenig zu dramatisch formuliert, dennoch ist die Suche nach und vor allem das Finden einer zukünftigen Bleibe ein wichtiger, ein vielleicht entscheidender Schritt. Umfeld und Ambiente prägen, strahlen zurück.

Wohnen ist hier, das kann man wirklich sagen, teuer. Nehmt die Mieten von Hamburg, schlagt 100% drauf, und ihr habt in etwa die Preise von São Paulo – und nicht immer etwas Schönes in schöner Gegend gefunden. Wer zudem ungern lange Arbeitswege in Kauf nimmt, hat nicht mehr die große Wahl.

Also, wohin? Auf jeden Fall raus aus der mich langsam einengenden Komfortabilität des „Gast-Seins“. Der von der Straße permanent heraufdringende Lärm und auch der Wind, der hier oben oft weht und die brasilianischen Fenster zum Klappern bringt, taten ihr Übriges. Bei allen Vorzügen, die diese Wohnung zu bieten hat.

Bei meiner Suche kristallisierten sich drei Optionen heraus. Jeder von ihnen sprach ich zu unterschiedlichen Zeiten die Favoritenrolle zu:

das Luxusambiente einer komplett und stylisch eingerichteten Designerwohnung einer deutschen Innenarchitektin, quasi ein Annex ihres eigenen Hauses auf einem kleineren Grundstück mit Pool;
das kleine möblierte Gartenhäuschen auf dem geräumigen Gartengrundstück einer brasilianischen Großfamilie, auch mit Pool;
oder das Leben am Rande der Favela Monte Azul in einer Wohnung dort, wo das Herz São Paulos schlägt.

Drei unterschiedliche Lebenskonzepte. Alle drei auf ihre Weise (für mich) interessant.

Naja, um es kurz zu machen, das Gartenhäuschen hat gewonnen!! Dort wohne ich ab Oktober unabhängig, aber doch mit Anschluss an eine total nette Familie, zudem mit einem Kollegen und seiner Familie gleich nebenan – und vor allem mit einem großen Garten (und aller Nutzungsfreiheit) in einem ruhigen Viertel nah bei der Schule. Also: Churrasco und Poolparty können steigen!! 🙂

Auf den folgenden Anblick muss dann jedoch wohl verzichtet werden…

Tchao und gute Nacht, Cidade Dutra. Und danke für alles.

 

 

 

 

Lust tanken!

Raus aus der Stadt, weg von Lärm, Dreck und schlechter Luft und die Batterien wieder aufladen – genau das brauchte ich: neue Energie, neue Lebensfreude, neue Lust am Leben! Also, früh raus am Sonntag und in Richtung Küste! Schon um zehn Uhr kamen Thomas und ich im sonnigen Bertioga an.

Nach einem Frühstück mit Meeresblick ging es (wieder mal) auf eine Fähre. Diese brachte uns auf die in einem Naturschutzgebiet gelegene Halbinsel Serra do Guararu. Ein Weg führt über die hügelige Inselmitte auf die andere Seite (und nicht immer ist ein Geländer zur Hand, wenn der Abgrund winkt…).

Dort erwartete uns schönster Sandstrand – mit großartigen Atlantikwellen!!!


engelchen: ein felschen in der Brandung...

Als die Schatten immer länger wurden (was hier relativ früh passiert) und es abkühlte (wir haben schließlich Winter!! ;)), machten wir uns wieder auf den Rückweg.

Blick auf Bertioga

Doch halt, wir wollten ja nicht hungrig nach Hause! Zunächst aber eine kulturelle Einlage: Wir besuchten in Bertioga das Fort São João, dessen Ursprung auf das Jahr 1532 zurückgeht.

Forte de São João

Das Bild hängt im Museum im Innern des Forts. Draußen sieht es so aus (im Hintergrund Serra do Guararu):

Blick vom Fort

Wir hatten Glück, dass in Bertioga gerade noch der letzte Tag des sich über mehrere Wochen hin erstreckenden „Festival do Camarão“ gefeiert wurde, wörtlich übersetzt: „Fest der Krabbe“ 🙂 So kamen wir in den Genuss eines ganz besonderen Mahls: „Camarão na Moranga“, ein im Ofen gebackener Kürbis mit Krabben und Kürbisfleisch gefüllt. Die eigentlich für vier Personen ausgelegte Portion schafften wir übrigens mit Leichtigkeit. 😀

Was Brasilien so einzigartig macht… Fast überall, wo man auch hinkommt, begegnen einem die Menschen mit einer unglaublichen Freundlichkeit! Die ein gutes Gefühl hinterlässt, eine Leichtigkeit des Lebens für diesen Moment.

brasilianische Lebensfreude

 

 

 

Centro Histórico de São Paulo

Liberdade

Nach einer eher frustrierenden Woche voller Kopfschmerzen und schlecht zu ertragendem Dauerlärm (São Paulo schläft nie, auch tief nachts nicht, und ganz oben in den Hochhäusern dringt von allen Seiten Geräusch herauf…) und zudem noch kaltem, unwirtlichem Wetter war der Sonntag mit einer Stadtführung bei strahlendem Sonnenschein ein echtes Highlight. Geleitet wurden wir diesmal von einem „echten Brasilianer“, Thomas‘ Sprachlehrer Luis. Wir, eine kleine Gruppe von hauptsächlich KollegInnen der Porto Seguro (der anderen Deutschen Schule) starteten im japanischen Viertel (Liberdade), das seit 1908 Ziel und Heimat vieler asiatischer Einwanderer geworden ist und durch seine besondere Architektur auffällt (unter anderem die traditionellen japanischen Laternen, die viele Straßen schmücken). Liberdade ist mit ca. 400.000 japanischen Einwohnern die größte Kolonie außerhalb des Inselstaats und bietet ein wenig asiatisches Flair inmitten der südamerikanischen Riesenmetropole.

Liberdade

Luis (Mitte), Regina und Thomas

Catedral da Sé

Unter Leitung des deutschen Architekten Max Emil Hehl begann 1913 der Bau des Kirchengebäudes. Doch erst 1954 wurde die mit 110 m Länge viertgrößte neugotische Kathedrale der Welt anlässlich der 400-Jahrfeier São Paulos geweiht. (Es bleibt zu hoffen, dass die zur WM ’14 geplanten Stadionneu- und -umbauten etwas schneller fertig werden…)

Catedral da Sé (Rückansicht)

Kirchenschiff

auch hier trifft man Verwandte (allerdings schlug eine Gesprächsanbahnung leider fehl...)

Praça da Sé mit Paulusfigur

Der Kathedralplatz (Praça da Sé) bildet den „Nullpunkt“ São Paulos. Von hier aus gesehen beginnt sternförmig die Zählung der Hausnummern aller Straßen der Stadt. Die Hausnummern werden als Entfernung in Metern jeweils vom Beginn der Straße aus angegeben. Mitten auf dem Platz steht eine Statue des (heiligen) Apostel Paulus, dem Namensgeber der Stadt. Der vom grausamsten Christenverfolger Saulus zum glühendsten Gottesverehrer und -verkünder wurde; Verfasser des Hauptteils des Neuen Testaments, Dichter des „Hohelieds der Liebe“.

Casa Anchieta

Nur wenige Fußminuten von der Praça da Sé entfernt liegt die Wiege São Paulos, sozusagen das Ur-Ei, das die sechstgrößte Metropolregion der Welt hervorbrachte. Auf einem Hügel zwischen zwei Flüssen gelegen, in der Nähe eines Indianerdorfes, lasen hier am 25. Januar 1554, dem Gedenktag der Bekehrung des Saulus zum Paulus, die Jesuitenpater Manuel da Nóbrega und José de Anchieta in einer gerade neu gegründeten Missionsschule die erste Messe. Dieser Tag gilt offiziell als das Gründungsdatum São Paulos.

Casa Anchieta (rechts) mit Kapelle

Vom ursprünglichen Gebäude sind noch die Türen und eine Lehmwand erhalten, die man bewundern kann, wenn man in ein kleines Café tritt, das im Innenhof des heutigen Museums liegt (in dem es den schönen Cappucino mit Milchschaum-Smiley gibt… letztes Mal sogar mit Herz… :)).

São Paulo blieb lange Zeit weitgehend unbedeutend. Der europäische Kaffee-Boom, der im Laufe des 19. Jahrhunderts einsetzte, verbunden mit der Abschaffung der Sklaverei 1888 zog dann viele europäische und asiatische Einwanderer ins Land, die sich als Arbeiter auf den Kaffeeplantagen verdingten (und die Sklavenarbeiter ersetzten). Mit dem großen Börsencrash 1929 in New York und dem damit verbundenen massiven Verfall der Kaffeepreise verloren viele Landarbeiter ihre Beschäftigung und zogen in die Städte. Bereits 1934 erreichte São Paulo Millionengröße. In und nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs kam es nochmals zu einer großen Einwanderungsbewegung, sodass sich bis 1950 die Einwohnerzahl bereits auf zwei Millionen verdoppelte. Heute beträgt die Bevölkerungsdichte 7150 Einwohner pro Quadratkilometer – sie liegt damit mehr als dreimal so hoch wie in Hamburg – bei einer Bevölkerungszahl (allein im Stadtgebiet) von gut 11 Millionen Menschen. Ganz schön voll hier! 😉

Edifício Martinelli

São Paulo war bereits zur Wirtschaftsmetropole geworden, als der italienische Einwanderer Guiseppe Martinelli 1924 mit dem Bau eines Hochhauses begann, das zum höchsten Gebäude Lateinamerikas seiner Zeit werden sollte. Zuerst für zwölf Stockwerke konzipiert und genehmigt (fünf waren bis dahin die Regel) fand er zunehmend Gefallen an Höhe und ließ über Jahre völlig ungehindert weiter Etage um Etage aufsetzen. Aus zwölf wurden vierzehn, dann achtzehn. Im Jahr 1928 war das Gebäude bereits zwanzigstöckig. Martinelli wurde verhaftet, als er beim 24. Stockwerk anlangte, weil offenbar doch irgend jemandem auffiel, dass er für diese Höhe keine Lizenz hatte. Nach langem Hin und Her über die Zukunft des Gebäudes und die Zweckmäßigkeit von Hochhäusern an sich entschied schließlich eine Technikkommission nach Prüfung von Bausubstanz und Statik, die Höhe auf 25 Stockwerke zu begrenzen.

Edifício Martinelli

Doch Martinelli wollte unbedingt die Dreißiger-Marke erreichen. So griff er zu einer List und setzte auf das Dach des Hochhauses noch seine fünfstöckige Privatresistenz.

Martinelli-Dach

Mit 130 m Höhe überragte sein Werk lange Zeit alles in seiner Umgebung, bis die Staatsbank 1947 nachlegte und in umittelbarer Nachbarschaft ein noch höheres Gebäude errichtete. Beginn einer vertikalen Wachstumseuphorie, der in den Folgejahren viele historische Bauten zum Opfer fielen. Erst in den letzten Jahren kommt es langsam zu einem Umdenken…

Viaduto do Chá

Doch hin und wieder gelingt es, in den Fußgängergassen der kaum noch vorhandenen Altstadt einen kleinen Eindruck des damaligen Stadtbilds zu erhaschen…

Altstadtgasse

Getragen von einer deutschen Stahlkonstruktion, wurde 1892 das erste Viadukt São Paulos eingeweiht, die „Teebrücke“, die ihren Namen den bis zum Ende des 19. Jahrhunderts auf der anderen Seite befindlichen Teeplantagen verdankt. Sie führt über das Anhangabaú-Tal. Bereits knapp 50 Jahre später reichte die Kapazität des Stahl-/Holz-Konstrukts jedoch schon nicht mehr aus und dieses wurde durch einen breiten Spannbetonbau ersetzt.

Viaduto do Chá

Vale do Anhangabaú

Der Rio Anhangabaú fließt nur noch im Untergrund. Während der regenreichen Sommermonate Dezember bis Februar (238,7 mm Niederschlag im Januar – zum Vergleich: Hamburgs regenreichster Monat ist der Dezember mit 77,7 mm!) macht er sich jedoch bisweilen wieder bemerkbar, wenn er bei Starkregen anschwillt und einen im Anhangabaú-Tal befindlichen Autotunnel unter Wasser setzt, der im Volksmund nach seinem Erbauer denn auch nur liebevoll „Badewanne des Ademar“ genannt wird und nicht wenige Fahrer ins Schwimmen brachte. Läuft die Badewanne voll, hat dies Megastaus in alle Richtungen zur Folge, bis über die Stadtgrenzen hinaus.

Teatro Municipal

Am Ende des Viadukts liegt das 1911 eingeweihte neobarocke Theater, eines der wenigen Überbleibsel der Jahrhundertwende.

Teatro Municipal

Hier sind schon viele Berühmtheiten aufgetreten, Enrico Caruso, Maria Callas, Arthur Rubinstein – um nur einige zu nennen. Einige aus unserer Gruppe nutzten denn auch gleich die Gelegenheit, sich mit Konzertkarten einzudecken. Eines der noch erschwinglichen Vergnügen im ansonsten ultrateuren São Paulo.

Weiter ging es zur Praça da República mit seinen schönen Wasseranlagen und einem kleinen Markt, den Thomas und ich, ohne genau zu wissen, wie uns geschah, jeder mit einer bunten Hängematte in der Hand wieder verließen. Jetzt muss ich mir nur noch den passenden Garten dazu suchen… 😉

an der Praça da República

São Paulo Revers

Vieles an dieser Stadt glänzt nicht. Doch ihr ärmstes und traurigstes Bild sind die Menschen, die ohne Obdach ihr Leben auf der Straße fristen. Die Kehrseite der Medaille. Nicht nur ein paar. Viele. Nachts unter beleuchteten Brücken an stark befahrenen Straßen schlafend. Wo es kaum Ruhe gibt. Denn zu viele von ihnen sind im Schutz der Dunkelheit, die den Falschen schützt, schon ermordet worden.

Mit allem nötigen Respekt habe ich, unbeobachtet aus großer Entfernung, zwei Fotos gemacht; ein kleiner Eindruck. Irgendwo, hier unten, liegt meine Bestimmung.

 

 

 


		

Unterrichten unter Palmen :)

Alle, Schüler wie Kollegen, begegneten mir von Anfang an freundlich und zugewandt. Und doch war mir zunächst vieles fremd und ungewohnt. Deswegen habe ich der Schule und mir – zu Recht – drei Wochen Zeit gegeben, bevor ich schreibe. Ein Zeitraum, in dem ich das erste Mal echtes Heimweh bekam. Und zwar, als – wer sollte es glauben – in Hamburg die Schule wieder begann… (auch wenn es hier wunderschön ist: ASS, ich vermisse dich!!!)

Das Colegio Humboldt liegt in Interlagos (im selben Stadtteil wie die Formel-1-Rennstrecke). Die seit 1916 existierende Schule ist vor gut zehn Jahren auf dieses neue, weitläufige Gelände umgezogen und bietet hier Platz für 1300 Schöler (Gruß an die „Feuerzangenbowle“ ;)).

 

Eingangsgebäude

Schulhof mit Sportplatz

eines der drei Hauptgebäude

noch'n Schulhof - diesmal ohne Sportplatz 😉

Die Schule verfügt über ein eigenes Theater mit 400 Sitzplätzen.

Humboldt-Theater

Leider wird es nicht so stark genutzt, da es im Moment (noch) keine Theatergruppe an der Schule gibt. Auch keine wirklich nennenswerte Musikgruppe. Zwei Bereiche, die mir am Herzen liegen und die ich hier vermisse (natürlich auch die Streitschlichtung, aber dazu später). In eben diesem Theater wurden ein weiterer „Neuer“ und ich dem Schulkollegium vorgestellt, und dass ich dabei ein paar Sätze auf Portugiesisch verlor, kam gut an! Der Großteil des Kollegiums wie auch der Schüler sind Brasilianer.

Weit mehr genutzt wird die große Sporthalle. Und nebenan gibt es sogar noch eine eigene Schwimmhalle!

Sporthalle

Unterrichtsmäßig bin ich momentan überwiegend in der Oberstufe eingesetzt, da durch die recht großen Klassen dort Teilungsbedarf bestand; und so durfte/konnte/musste ich mich erst einmal wieder in Themen wie Kurvendiskussion und Vektorrechnung einarbeiten… 😉

Nach drei Wochen „läuft“ es hier schon wirklich gut. Ein Zeichen dafür ist für mich, dass im Unterricht gemeinsam gelacht werden kann… 🙂

Mit einigen Kollegen habe ich auch schon etwas zusammen unternommen, wie z. B. Fußball schauen (Deutschland – Brasilien!! – unsere Gruppe hat in der Kneipe die meiste Stimmung gemacht!! :)) oder Salsa tanzen (ohje, ich muss noch viel lernen…).

An der Schule geht alles so friedlich zu, dass hier die Einrichtung von Streitschlichtern wohl gänzlich fehl am Platz wäre, auch im Hinblick auf den kulturell etwas anderen Umgang mit Konflikten.

Aber ich bin ja gerade noch dabei anzukommen…

Fazit der ersten drei Wochen: Ich fühle mich wohl! 🙂

 

 

 

Mein (neues) Zuhause

Nach einem Monat in São Paulo will ich nun mal beschreiben, wie ich hier wohne. Im 27. Stock, ganz oben, habe ich in der Penthouse-Wohnung einer sehr netten Deutschen ein Zimmer mit Bad.

Die Wohnung geht über zwei Stockwerke. Unten sind die Schlafräume sowie Küche und Wohn-/Esszimmer. Geht man dann eine Treppe herauf, landet man zwischen Bar und Schrank im oberen Wohnzimmer…

nur gucken, nicht anfassen!! 😉

Doch das Beste kommt erst noch: Von hier aus geht es nämlich zur Dachterrasse…

Nach ein paar Schritten steht man im Freien…

…und hat einen gigantischen Blick…

Doch der absolute Knaller ist der…

Pool!!

Der Sessel ist mein Lieblingsplatz…
…ja, so lässt es sich leben… 🙂

Doch nicht zu vergessen lebt nicht jeder in dieser Stadt so glücklich…

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Ilhabela

Eigentlich Ilha de São Sebastião heißend, hat sich ihr „Spitzname“ Schöne Insel zu Recht eingebürgert. Fast komplett von Atlantischem Regenwald bedeckt und damit immergrün, verfügt das ca. 25 km lange Eiland über unzählige kleinere und größere Buchten und dazu noch drei bis zu knapp 1400 m hohe Berge.

Doch bis ich sie überhaupt erblicken konnte, lag von São Paulo aus eine gut viereinhalbstündige Autofahrt (für 200 km Strecke!) über zuletzt kurvig-bergige Küstenstraßen vor mir. Dann nur noch die Auffahrt zur Fähre finden und schon beginnt die Überfahrt… 🙂

Und wo kommt man dann unter als guter Deutscher?!? Natürlich in der Pousada do Alemão! 😉

Allerdings war ich da der einzige „Alemão“, denn nicht nur die Insel, sondern auch der Besitzer der Pousada hat einen Spitznamen. Mit seinen blauen Augen und hellen Haaren sieht er nämlich aus wie ein Deutscher.

Wie ihr seht, kann man sich hier echt wohlfühlen. 🙂

Und auch nachts lässt die Pousada sich blicken…

Jeweils etwa zehn Fußminuten entfernt liegen zwei schöne Strände, die Praia do Curral in südlicher…

…und die Praia Grande in nördlicher Richtung…

Nach zwei schönen Strandtagen war es am dritten Tag bedeckt, sodass ich mich zu einer Wanderung in Richtung Praia Bonete aufmachte.

Natürlich suchte ich mir zum Anfang gleich mal einen der schwierigsten Wege aus. (Man beachte die wundervolle Übersetzung von „alto“ :))

Die erste Etappe war erreicht, der Laje-Wasserfall!

Doch nicht so harmlos, wie er zunächst aussah…
Nach einem ausgiebigen und sehr erfrischenden Bad und einem Ausrutscher – trotz aller Vorsicht (da engelchen ja unbedingt eine noch bessere Badestelle ausfindig machen musste und nur mit Badehose bekleidet herumkletterte… – der eigentliche Wasserfall war nämlich nur zu hören, nicht aber zu sehen), bei dem ich mir den Arm an einer tropischen Pflanze aufschürfte, setzte ich meine Wanderung fort. Der Weg wurde jedoch zunehmend schwieriger, und da ich allein unterwegs war und schon einen „Schuss vor’n Bug“ bekommen hatte (wie mein lieber Freund und Skipper Volker sagen würde, dessen gemeinsame Segeltouren ich vermissen werde…), kehrte ich lieber wieder um. Das war auch gut so, denn wenig später setzte Nieselregen ein. Doch auch bei Regen hat der Regen-Wald seine Reize, wie man sieht.

Der Regen wurde stärker, meine Schritte schneller, und so kam ich schließlich völlig durchnässt, aber mit einem breiten Grinsen über meine mal wieder verrückt-gelungene Aktion wieder am Ausgangspunkt an.

Die Folgetage waren weniger spektakulär, da das schlechte Wetter zunächst anhielt und ich viel zu viel Gelegenheit zum Portugiesisch-Lernen hatte… Als nach einer relativ schnell auskurierten Magenverstimmung sich auch noch eine Mittelohrentzündung ankündigte und sich zudem die Pousada am Sonntag empfindlich leerte, beschloss ich, dass es nun genug sei mit dieser Etappe.

Und ich verspürte etwas Heimweh. Nein, nicht nach Deutschland. Verrückterweise vermisste ich dich… São Paulo.

 

 

on tour again

Jetzt meld ich mich erstmal für ’ne gute Woche ab. Morgen, oder besser gesagt, in so etwa sechs Stunden, beginnt das nächste Abenteuer – da mache ich mich mit dem Auto auf den Weg zur Ilhabela, einer an der Atlantikküste vorgelagerten Insel, auf der es neben schönen Stränden und Tauchgelegenheiten auch ein paar Berge gibt, die man erwandern kann, Wasserfälle und – naja, den Rest werde ich schon noch entdecken… 😉

Eben gerade komme ich von einem geselligen Abend mit einem anderen Thomas zurück. Der in einer anderen Deutschen Schule in SP unterrichten wird, den ich auf dem entsprechenden Vorbereitungslehrgang kennengelernt hatte und gestern sowie heute per „Zufall“ in São Paulo wiedertraf – zweimal, und das in einer 13-Millionen-Stadt…